Der Pate: Corleones Imperium


Angespielt


In Eric M. Langs neustem Streich Der Pate: Corleones Imperium tauchen wir ein in das dubiose Mafialeben New Yorks. Zwei bis fünf Spieler sind die Fadenzieher hinter je einem Mafiaklan. Über vier Runden, hier Akt I bis Akt IV genannt, wollen wir möglichst viel Geld waschen und dieses fein säuberlich in unserem Köfferchen verstauen. Dazu nutzen wir unsere Familienmitglieder um in verschiedenen Stadtbezirken New Yorks Schutzgeld von den dort ansässigen Gewerben zu erpressen oder setzen einen unserer Gangster direkt auf ein Lokal an, um dort einen Bonus zu erpressen.
Diese Boni können verschieden ausfallen. Mal bekommt man etwas Geld, mal Alkohol oder Waffen, aber auch Jobs und kleine Aufträge oder die Möglichkeit, sein Geld zu Waschen. Alles bekommt man als Karten auf die Hand, wobei alle Karten die gleiche Rückseite haben. Um Jobs zu erfüllen, benötigt man die illegalen Waren, die man sich erpresst hat und führt eine teils mächtige Kartenaktion aus, die sehr interaktiv ausfallen kann. Zusätzlich erhält in der Regel weiteres Geld auf die Hand. Dieses Geld kann man waschen und legt dann mit Ansage die Geldkarten in seinen Koffer, eine kleine Metalldose. Erfüllte Aufträge kommen ebenfalls hier rein, die restlichen Kartenarten werden nach Gebrauch wieder zurück in den Vorrat gelegt.
Nachdem alle Spieler ihre Figuren, in typischer CMON-Manier natürlich als Miniaturen ausgeführt, eingesetzt haben, werden die Mehrheiten und damit die Macht in den verschiedenen Stadtbezirken bestimmt und markiert. Anschließend hat jeder Spieler die Möglichkeit, sein bisher gewaschenes Geld auszugeben, um weitere Verbündete anzuwerben. Verdeckt wählt man beliebig viel Geld aus und beginnend beim Spieler mit dem größten Geldgebot kann dann jeweils ein ausliegender Verbündeter gekauft werden. Diese fungieren als zusätzliche Aktion ab der Runde, welche ebenfalls stark und auch interaktiv ausfallen kann. Zusätzlich kommen sie nach jedem Akt wieder zurück auf die Hand. Doch Obacht! Am Ende jedes Aktes gibt es ein Handkartenlimit zu beachten. Und da alle Karten, die man auf die Hand bekommt (Geld, Waren, Aufträge, Verbündete), dazu zählen, kann das schon mal eng werden.

So läuft das Spiel über vier Akte, wobei jede Runde ein weiteres Gewerbe in einen der Stadtteil gelegt wird, man in Akt zwei und vier je ein weiteres Familienmitglied erhält und das Handkartenlimit von vier in Akt eins uns zwei auf sechs in Akt drei ansteigt, bevor man nach Akt vier nur noch zwei Karten auf der Hand haben darf. Am Ende des Spiels werden diese, sollten es Geldkarten sein, nochmals Gewaschen und in den Koffer gelegt. Danach wird erneut Geld ausgeschüttet für die Mehrheit für die über die Runden gesammelte Macht in den Stadtbezirken. Wer hier jeweils die Mehrheit besitzt, erhält zusätzliches Geld, das sofort in den Koffer wandert. Ebenso für Mehrheiten in den verschiedenen Job-Arten. Danach wird alles gewaschene Geld im Koffer gezählt; wer das meiste hat, gewinnt.


Mir hat Der Pate: Corleones Imperium beim ersten Spielen sehr gut gefallen. Nach dem ersten Akt nimmt das Spiel an Fahrt auf und durch geschickte Kombinationen können sehr ertragreiche Züge entstehen. Die Mischung aus Worker Placement, Area Control, Ressourcenmanagement und Bieten greifen perfekt ineinander und harmonieren – vor allem im Sinne des Themas – sehr gut. Etwas kritisch können vielleicht die teilweise stark interaktiv-destruktiven Auftragskarten und Verbündeten angenommen werden. Wer hier keine Toleranz dafür zeigt, unter Umständen auch mal empfindlich angegriffen zu werden, wird schnell den Spaß an dem Spiel verlieren. Diese Spieler bewegen sich aber auch thematisch auf ganz falschen Terrain. Das dubiose und illegale Mafiafeeling transportieren diese Spielmechaniken auf jeden Fall perfekt. Etwas dubios erscheint mir aber auch der Preis von über 80 Euro.