Cabo

Cabo ist mein neuer Reisebegleiter. Klein, handlich und für eine schnelle Runde zwischendurch immer zu haben. Noch dazu sieht es mit seinen fantasievollen Illustrationen auch noch wunderschön aus – schließlich gibt es Einhörner und Regenbögen. Also, Packung rausgeholt, Karten gemischt und los geht’s!

Jeder Spieler erhält vier Karten verdeckt vor sich ausgelegt, wovon er sich zwei beliebige ansehen darf und sich besser einprägen sollte, welche Zahlen von 0 bis 13 er nun eben gesehen hat. Die angesehenen Karten kommen verdeckt zurück an ihre alten Plätze und das Spiel kann beginnen. Wer an der Reihe ist hat fünf Optionen: entweder man zieht eine neue Karte vom Nachziehstapel, schaut sie sich an und ersetzt mit dieser verdeckt eine der vor einem ausliegenden Karten. Ziel ist es nämlich, eine möglichst kleine Summe mit seinen Karten bilden zu können. Oder aber man zieht die oberste offene Karte des Ablagestapels und platziert diese anstelle einer seiner Karten. Außerdem können die Karten 7 bis 12, die neu vom Nachziehstapel gezogen wurden, abgelegt und mit der auf ihnen angegeben Sonderaktion genutzt werden. Die 7 und 8 erlauben es, unter eine seiner eigenen Karten zu schauen, wohingegen die 9 und 10 das Spinksen beim Gegner ermöglichen. Mit der 11 und 12 kann eine eigene Karte mit der Karte eines Mitspielers getauscht werden – natürlich ohne sich diese vorher noch einmal anzusehen. Als vierte Option kann man eine vom Nachziehstapel gezogene Karte auch ohne sie genutzt zu haben direkt wieder abwerfen. Zu guter Letzt hat der Spieler die Möglichkeit, das Spielende einzuläuten: Meint er, die in Summe kleinste Kartenhand vor sich liegen zu haben, ruft er Cabo. Damit kommen außer ihm alle anderen Spieler noch genau einmal zum Zug, bevor die Karten aufgedeckt werden und der Sieger ermittelt wird.
Dies muss nicht zwangsläufig die Person sein, die Cabo gerufen hat, denn auch die letze Runde kann noch mal einiges auf den Kopf stellen. Sollte nun ein anderer weniger Punkte auf der Hand haben, erhält die Person, die Cabo gerufen hat, zusätzlich fünf Strafpunkte. Die Punkte der Verlierer werden notiert und eine weitere Runde gestartet, wobei der letzte Rundengewinner Startspieler wird. Das Ganze wird laut Regel so lange gespielt, bis ein Spieler mindestens 101 Punkte gesammelt hat. Wer dann am wenigstens auf seinem Punktekonto hat, hat gewonnen.

Zusätzlich bietet die Regel noch drei kleine Kniffe. Wer mehrere gleiche Karten vor sich liegen hat, kann diese mit einer einzigen Karte ersetzen. Somit kann es vorkommen, dass es Spieler mit weniger als vier Karten gibt, im besten Fall sogar mit nur einer Karte. Dies erhöht natürlich den Druck auf die anderen Spieler immens.
Eine andere Taktik, die zum Rundensieg führen kann, ist das Sammeln der hohen Karten. Wer es schafft, die einzigen zwei im Spiel befindlichen 13er und zusätzlich zwei 12er zu sammeln, kann alle Anderen von hinten überrollen und beschert jedem Mitspieler 50 Punkte.
Wer kurz vor dem Verlieren steht und die 101 Punkte zum Greifen nah hat, kann mit etwas Geschick und einer Prise Glück genau so aus der Runde herausgehen, dass er exakt 100 Punkte gesammelt hat. Als Belohnung hierfür werden seine Punkte halbiert und er hat wieder Luft nach oben.


Die Regeln von Cabo sind einfach und schnell erklärt. Es versteht sie auch jeder spätestens nach der ersten Runde in Gänze. Doch sind es bei diesem Spiel nicht die Regeln, die einen schachmatt setzen, sondern sein eigenes Kurzzeitgedächtnis. Wie oft schaut man sich eine Karte an, legt sie verdeckt vor sich ab und nach nur einem weiteren Zug hat man schon wieder vergessen, was man sich eigentlich so krampfhaft hatte merken wollen. Dazu kommen im besten Fall noch die Informationen zu einzelnen Karten der Gegner, sei es durch geschicktes Spinksen oder aber, weil man sich gemerkt hat, welche Karte vom offenen Ablagestapel gezogen wurde. Wenn aber durch die Tausch-Aktion der 11er-und 12er die Karten quer über den Tisch wandern, kommt der Knoten in den Kopf. Wer hier noch das Wissen über alle von ihm gesehen Karten abrufen kann, der braucht gewiss kein Gehirnjogging mehr. Für alle anderen gilt: trainiert mit Cabo eure Aufmerksamkeitsspanne bei einer spaßigen kleinen Partie und ihr werdet merken, dass auch ihr dort schnell Erfolge verzeichnen könnt. Auch wenn die Autorinnen Mandy Henning und Melissa Limes sowie der Kleinverlag Smiling Monster Games ein Spielende bei 101 Punkten vorgesehen haben, kann man getrost nur einzelne Runden spielen und auf das Aufschreiben der Punkte verzichten. Den eigentlichen Spielspaß schmälert das auf jeden Fall nicht.

Autoren: Mandy Henning und Melissa Limes
Verlag: Smiling Monster Games
Erschienen: 2010, Neuauflage 2016
Spieldauer: 30 Minuten
Spieler: 2-5 Spieler, ab 8 Jahren